KUNST IM WEST

GALERIE FÜR ZEITGENÖSSISCHE SCHWEIZER KUNST

Hardturmstrasse 121 8005 Zürich

ÖFFNUNGSZEITEN

Dienstag - Freitag 13.30 -19.00 Uhr

Richard Pichler

 

 

Bereits als Jugendlicher arbeitet der gebürtige Zürcher und ausgebildete Architekturmodellbauer bei namhaften Adressen wie Arne Jacobsen in Kopenhagen sowie bei Max Bill in Zürich. Dort erlernt er über handwerkliche Finessen hinaus insbesondere einen streng konzeptionellen Ansatz, der sein räumliches und ästhetisches Erfassen von Kunst bis heute prägt. Mitte der 1960er Jahre kommt Pichler erstmals mit der Welt des Kunsthandels in Berührung, in der er sich in den folgenden Jahrzehnten in leitender Position bewegen sollte. Den Einstieg ermöglicht ihm das Zürcher Auktionshaus Galerie Koller (heute Koller Auktionen), bei dem er sein Talent als Chef der Gemäldeabteilung, Ausstellungsmacher und Grafiker voll und ganz ausleben darf. Es folgen Jahre als Direktor der Zürcher Filialen der bedeutenden Marlborough Gallery sowie der Galerie Maeght, in denen er führende Künstler wie Francis Bacon, Fernando Botero oder Antonio Tapiès kennenlernt. Doch das attraktive Angebot, die Galerie Koller in New York zu repräsentieren, führte ihn wieder zurück ins Auktionswesen.

 

In New York verbringt Pichler rund 20 Jahre am Puls der Kunst. Auf Tuchfühlung mit der Kunstszene im legendären Studio 54, verfolgt er neben der Akquisition und Bearbeitung von Auktionseinlieferungen für das Hause Koller stets auch eigene Projekte. 1978/79 organisiert er für die Römer Galleria Medusa die erste Subway-Graffiti-Ausstellung «The Fabulous Five». 1985 veranlasst ihn die Freundschaft zu in New York lebenden Schweizer Künstlern wie Not Vital, Hans Falk, oder Helmut Federle zur Publikation des Bandes «Swiss Artists in New York». Und als Manager der «Urban Gallery», dem Art Research Center von Toyota Japan, konzipiert er vielbeachtete Ausstellungen wie «The World through “Naïve“ Eyes», in welcher er Werke der klassischen Moderne, Bilder der Volkskunst und Kinderzeichnungen gegenüberstellte. Die 1990er Jahre brachten Pichler zurück nach Zürich, um im Auftrag eines Schweizer Bankiers die Galerie «Art Focus» für klassische Kunst des 20. Jahrhunderts im Zürcher Finanzquartier zu etablieren.

 

William Turners Gemälde «Licht und Farbe (Goethes Theorie). Der Morgen nach der Sintflut» (1843) entfacht Pichlers Leidenschaft für die Kunst von früher Jugend an. Leuchtkraft, Bewegung, Spannung aber auch die meditative Wirkung des Werkes bilden die Komponenten für sein eigenes künstlerisches Schaffen, das er in den 1960er Jahren aufnimmt. Doch erst in der kreativen Atmosphäre New Yorks soll sich das Konzept der späteren Foto-Triptychen entwickeln. Mitte der 1970er Jahre montiert er sein erstes Triptychon mit Nägeln und Faden in seinem Apartment im 28. Stock (54th Street/2nd Avenue) dort, wo sich das durch das Fenster einstrahlende Tageslicht bündelt. Das erste Nagel-Garn-Triptychon – eine eigentliche Meditationsfläche – wandelte sich später in monochrom bemalte Leinwände.

 

Bei Reisen durch die Weiten Amerikas fotografiert er bewusst die Linien am Horizont, die ihn zu Triptychen auf vorerst blankem Fotopapier anregen, auf denen feine Bleistiftlinien Schwingungen und Spannungen erzeugen. Als Folge beginnt er auch Fotomaterial in Triptychon-Format zu bearbeiten. Im neuen Jahrtausend wendet sich Pichler schließlich ganz der eigenen Kunst zu, welcher sich durch moderne Drucktechnik plötzlich ungeahnte Möglichkeiten eröffnen. Aus dem reichen Fundus seiner Fotokartei schafft er die umfassende Triptychon-Serie «Jeder Augenblick ist alles». Die sorgfältig ausgewählten Aufnahmen sind exklusive Augenblicke, die wie der Titel sagt, unter meditativen oder erzählerischen Aspekten «alles» enthalten. Gebannte Momente, die mittels Foto-Triptychen auf Leinwand um Dimensionen erweitert sinnliche Berührungsformen erschaffen.

 

Gerne steht Ihnen Kunst im West für weiterführende Informationen über Richard Pichler zur Verfügung: E-Mail: kunstimwest@bluewin.ch / Tel.: +41/43 321 32 39

 

 

Richard Pichler

New England Afternoon

Mischtechnik

42 x 90 cm

2006

Richard Pichler

U.S. Navy

Farbfotografie

60 x 103 cm

2004

Ausstellungsansicht mit Werken von Richard H. Pichler

Ausstellung „Jeder Augenblick ist alles“ (12.9 – 7.11.2014) in der Galerie Kunst im West

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